Frei, freier, Wille

http://www.zeit.de/2004/51_lit/ST-Neurologie

Möge die Macht mit uns sein, aber ist sie es mal nicht, sind wir plötzlich aufgeschmissen und fangen an uns in die Tiefen des Denkens zu stürzen und prallen komischer Weise stark auf – unseren freien Willen.

Dieser ist irgendwie da, einfach da und führt all unser (ungeliebtes) Handeln auf deren Konsequenz und Ursache – die Entscheidung – hin zurück.
Wir sind sogar so frei in unserem Denken, dass wir in der Lage sind darüber zu streiten, ob dies eine bewusste, d.h. selbst bestimmbare Handlung unserer Selbst sei, oder eine angeborene, also oftmals modifiziert instinktive Kettenreaktion darstellt.

Ist das nicht fantastisch? Der Mensch stellt also fest, dass der Wille eine angeborene Anlage ist und demnach anhand der Prägungen (Umstände, etc.) bestimmte Handlungsziele verfolgt.

Es ist also offensichtlich, dass bei einer Reduktion der „Willensfreiheit“ auf eine bloße natürliche Eigenschaft, eine Entwicklung dieser notwendig ist.

Oder eben auch nicht, wenn man diese Entwicklung möglichst klein hält.

Na, klingelts?

Alle Ecken und Kanten an denen wir uns während einer Entscheidung vorbei zu zwängen versuchen sind doch Indizien dafür, dass unsere Entscheidung zu einem gewissen Teil manipuliert wird – sagen wir von (der große Begriff) Medien, Erziehungsmustern, oder einfach Informationsfluss.

Manipulation sollte nicht als positiv oder negativ bewertet werden, sondern einfach als ein Faktum, welchem der Mensch nun mal unterliegt.

Jetzt stellt sich aber die eigentliche Frage der Kraft des freien Denkens:

Sobald eine bewusste Manipulation bzw. Lenkung der unbewussten Folgeschließung (Handlung-Konsequenz) erfolgt, ist es doch logisch, dass der freie Wille sich nur in eine Richtung entwickeln wird.

Der Wille, als etwas mir Angeborenes, unterliegt den Umständen die mich auf diesem Weg prägten und prägen und demnach unterliegt er auch einer Entwicklungsachse von 0 bis ?

Diese Entwicklung kann man klein halten. Demnach also auch bestimmte Muster erschließen und eine Handlung verfolgen. Der Mensch kann nicht leugnen, dass ein gewisser Handlungsstrang transparent ist, sobald er diesen transparent gestaltet.

Trotz dessen, dass es sich um eine angeborene Eigenschaft handelt, bleibt der Wille frei, sobald er seine Transparenz unzugänglich macht, also intransparent wird.

Der Wille ist also nur frei, wenn er frei ist.

Es handelt sich doch um eine Eigenschaft die biologisch bedingt ist, um überhaupt zu existieren, und gleichzeitig einem individuellen neurologischen Prozess unterliegt, der sicherlich genauso einmalig bleiben wird wie auch unser Fingerabdruck.

Wo bleibt also die Frage nach der manipulativen Optimierung der Umstände unter welchen sich der freie Wille entwickelt?

Das bleibt nun Euch überlassen.

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